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Vom Stellen- zum Bewerbermarkt – Regionaler Ausbildungsmarkt im Wandel

Vom Stellen- zum Bewerbermarkt – Regionaler Ausbildungsmarkt im Wandel Posted on 30. Oktober 2018

  • Schulabgänger, die sich z.B. für eine duale Ausbildung entscheiden, haben gute Chancen und eine riesige Auswahl an spannenden Berufen.
  • Statistisch kann jeder gemeldete, noch unversorgte Bewerber am Ende des Beratungsjahres 2017/18 zwischen 2,2 offenen Ausbildungsstellen wählen.
  • Die Arbeitsagentur ist der Marktplatz der Region für Ausbildungsvermittlung.

Die Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg, die Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg und die Kreishandwerkerschaft Bonn/Rhein-Sieg präsentierten in ihrer gemeinsamen Pressekonferenz am Dienstag, den 30. Oktober 2018, die Bilanz des Berufsberatungsjahres 2017/18 für die Region.

Stefan Krause, Leiter der Arbeitsagentur, bedankte sich einleitend bei den Partnern für die vertrauensvolle Zusammenarbeit im zurückliegenden Jahr.


Da Arbeitsagentur und die beiden Kammern u.a. bei den Herausforderungen des Ausbildungsmarktes erfolgreich kooperieren, wird auch die Pressekonferenz traditionell gemeinsam abgehalten.

Bilanz der Arbeitsagentur Bonn / Rhein-Sieg

Akquise von Ausbildungsstellen

Die Agentur für Arbeit konnte im zurückliegenden Jahr 5.805 Ausbildungsstellen akquirieren. Das sind +111 oder +1,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl gemeldeter Bewerber sank dagegen zum Vorjahr um -220 (-3,5 Prozent) auf insgesamt 6.092. Stefan Krause zog insgesamt eine positive Bilanz. „Deutlich wird, dass sich der Ausbildungsmarkt immer mehr zu einem Bewerbermarkt entwickelt, auf dem motivierte Schulabgänger, die eine Berufsausbildung anstreben, sehr gute Chancen haben. In vielen Fällen konkurrieren die Betriebe untereinander, aber auch mit Universitäten oder weiterführenden Schulen um motivierte Bewerber. Deswegen sind nicht nur zusätzliche Anreize für die Bewerber wichtig, sondern vor allem auch die Bereitschaft, einem Azubi mit schwächeren Schulnoten eine Chance zu geben“, so Krause.

An angehende Schulabgänger und deren Eltern appellierte der Leiter der Arbeitsagentur: „Bitte überlegen Sie, ob ein Studium zum jetzigen Zeitpunkt wirklich die erste Wahl ist. Auch eine duale Ausbildung ist eine solide Basis, um erfolgreich ins Berufsleben zu starten, und danach stehen weiter die Türen für ein Studium offen.“

Offene Ausbildungsstellen und unversorgte Bewerber

Die Bilanz am Ende des Beratungsjahres zeigt, dass auf 197 (2017: 218) unversorgte Bewerber 435 (2017: 466) offene Stellen kommen, das entspricht einem Verhältnis von 1 zu 2,2 (2017: 2,1). „Unser gemeinsames Ziel ist, jedem motivierten Jugendlichen, der bei der Berufsberatung gemeldet ist, einen Berufseinstieg zu ermöglichen“, stimmten die Kooperationspartner am Ausbildungsmarkt überein.
Das Ausbildungsjahr endet zwar alljährlich offiziell mit dem 30. September, die Ausbildungsvermittlung läuft aber bis vor Weihnachten.

„Als Arbeitsagentur haben wir viele Möglichkeiten, Azubis und Betriebe zu fördern, den Einstieg in die Ausbildung vorzubereiten und diese dann auch erfolgreich abzuschließen“, erläuterte Ralf Steinhauer, Leiter der Berufsberatung. „Neben den Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen (BvB) gibt es Instrumente wie die Assistierte Ausbildung (AsA) oder auch die ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH), die eine Ausbildung stabilisieren und sowohl den schulischen als auch betrieblichen Teil einer Ausbildung flankieren. Unsere Erfahrung ist, dass so auch Jugendliche mit schwachem Schulabschluss ihre Ausbildung erfolgreich abschließen können. Wenn die persönliche Chemie und das Engagement beider Seiten stimmen, brauchen viele junge Menschen einfach nur eine echte Chance.“

Arbeitsagentur ist der Marktplatz für Ausbildungsvermittlung

Die Arbeitsagentur Bonn / Rhein-Sieg ist mit über 90 Prozent der gemeldeten Ausbildungsstellen der Marktplatz für Ausbildungsvermittlung in der Region. Junge Frauen und Männer, die für 2019 eine Lehrstelle suchen, sollten sich schon jetzt bei der Arbeitsagentur melden.

Arbeitsagentur, IHK und Kreishandwerkerschaft stimmen in ihrer Einschätzung überein, dass Unternehmen, die regelmäßig und qualitativ anspruchsvoll ausbilden, am ehesten in der Lage sind, ihren eigenen Fachkräftebedarf sicherzustellen.

Zielgruppe junge Erwachsene bis 35 Jahre

Eine besondere Zielgruppe im Rahmen der Fachkräftesicherung sind weiterhin junge Erwachsene zwischen 25 und 35 Jahren, die aus verschiedenen Gründen bisher keine Ausbildung absolviert haben.
„Auch für Menschen, die keine Erstausbildung abgeschlossen haben, gibt es Qualifizierungsmöglichkeiten, die auf einen Berufsabschluss zielen“, sagt Ralf Steinhauer. Im Fokus stehen hier insbesondere auch langzeitarbeitslose Menschen.

Geflüchtete Menschen

Erstanlaufstellen für geflüchtete Menschen – auch bei der Ausbildung – sind die Integration Points in der Bundesstadt Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis. Jugendliche bis 25 Jahre, darunter auch Schüler der internationalen Förderklassen der Berufskollegs, werden durch die Berufsberatung der Agentur betreut und auf eine Ausbildung vorbereitet.

Insgesamt verzeichnete die Agentur für Arbeit Bonn / Rhein-Sieg im Kontext von Fluchtmigration 736 Bewerber für Berufsausbildungsstellen. Von den versorgten 713 Bewerbern (96,9 Prozent) im Kontext von Fluchtmigration mündeten 238 (32,3 Prozent) in diesem Ausbildungsjahr in eine Ausbildung ein. Demgegenüber stehen 23 (3,1 Prozent) geflüchtete Menschen, die bislang keine Ausbildungsstelle haben.

Außerdem ging am 3. September 2018 mit ProEQ ein Pilotprojekt am Berufskolleg Bonn-Duisdorf an den Start, eine Kooperation der beiden Jobcenter der Region und der Arbeitsagentur. ProEQ steht für die Kombination aus betrieblicher Einstiegsqualifizierung (EQ) bzw. einem Langzeitpraktikum und intensiver Deutsch-Förderung.18 zugewanderte junge Erwachsene bis maximal 35 Jahre begannen mit dem Unterricht, um später eine Ausbildung aufzunehmen.

Bilanzen der Kammern

Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn / Rhein-Sieg

Mit 3.139 neu eingetragenen Ausbildungsverträgen zum 30. September 2018 hat die IHK Bonn/Rhein-Sieg noch einmal 1,2 Prozent mehr Ausbildungsverhältnisse eingetragen als zum Vorjahr und damit den positiven Trend der vergangenen Jahre fortgesetzt.
Die IHK-Zahlen sind die höchsten seit dem Rekordjahr 2011, eine Steigerung um ein Drittel im Vergleich zu vor 20 Jahren und das insgesamt zweitbeste Jahres-Ergebnis. Jürgen Hindenberg, Geschäftsführer Berufsbildung und Fachkräftesicherung der IHK Bonn/Rhein-Sieg: „In diesem Zusammenhang möchte ich auch allen Beteiligten in der kommunalen Koordinierung des Ausbildungsmarktes danken. Auch in diesem Jahr ist es dem regionalen Ausbildungskonsens gelungen, mit 2,2 unbesetzten Ausbildungsstellen pro unversorgtem Bewerber jedem ausbildungswilligen und -fähigen Jugendlichen noch ein Angebot auf Ausbildung oder Beschäftigung zu machen.“

Kreishandwerkerschaft Bonn • Rhein-Sieg

Zum 30.09.2018 schloss die Ausbildungsbilanz des Handwerks in der Region mit einem Plus von 8% gegenüber dem Vorjahr ab. Dies bedeutet eine Steigerung der neuen Ausbildungsplatzzahlen im vierten Jahr hintereinander. Insgesamt wurden bis zum 30.09.2018 in den bei der Kreishandwerkerschaft ansässigen Innungen 1.533 neue Ausbildungsverträge in die Lehrlingsrolle eingetragen. Mit insgesamt ca. 5.000 Auszubildenden in allen 3,5 Lehrjahren liegt die Ausbildungsquote bei ca. 8%.
„Die Messlatte liegt sehr hoch, wenn man den Fachkräftebedarf der Wirtschaft insgesamt vor Augen hat. Entsprechend hoch ist auch das Ausbildungsplatzangebot der Unternehmen. In diesem Jahr scheinen auch die Vermittlungsbemühungen aller Akteure wieder gut gelungen zu sein, Angebot und Nachfrage zusammenzubringen“, so Alois Blum, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Bonn • Rhein-Sieg.

Gemeinsamer Ausblick auf 2019

Die drei Partner am Ausbildungsmarkt konzentrieren sich bereits auf das neu begonnene Ausbildungsjahr 2018/2019. „Aktuell liegen für rund 2.900 Bewerber gut 2.800 Stellen vor“, erläuterte Stefan Krause. Ralf Steinhauer ergänzte: „Wer in viel gefragten Bereichen eine Ausbildung starten möchte, sollte sich sofort bei der Berufsberatung melden. Die Auswahlverfahren in den Bereichen Banken, Versicherungen und dem Öffentlichen Dienst laufen bereits.“

Nach den positiven Erfahrungen in den vergangenen Jahren mit Speed-Datings, zuletzt beim JobDating-Day Inklusion Anfang Oktober, wird auch im nächsten Jahr die wesentliche Ansprache der Jugendlichen wieder über Speed-Datings erfolgen.Neben der bekanntermaßen hohen Studierneigung in der Region interessieren sich rund ein Drittel der Jugendlichen mit Hochschulzugangsberechtigung für eine duale Ausbildung. Diese Ausbildungsinteressierten werden verstärkt auf Angebote wie das Weiterbildungsstipendium oder ein Duales Studium hingewiesen.

Im Rahmen des Projektes „Relaunch your Career“ geht die Arbeitsagentur gemeinsam mit der IHK insbesondere auf die Zielgruppe junger Leute zu, die entweder an ihrem Studium zweifeln oder dieses bereits aufgegeben haben. Voraussetzungen sind Erfahrungen im IT-Bereich oder im Bürobereich. Zum 1. Februar 2019 gibt es für solche Bewerber die Chance, in eine verkürzte Ausbildung einzusteigen.

Gemeinsame Veranstaltungen mit IHK und Handwerk

Neben dem kontinuierlichen Tagesgeschäft der Berufsberatung am Ausbildungsmarkt gab die Arbeitsagentur zusammen mit den Partnern am Arbeitsmarkt einen Ausblick auf einige Veranstaltungen im ersten Quartal 2019:
Das gemeinsame Veranstaltungsangebot beginnt am 26. Februar 2019 mit dem Speeddating der IHK und Handwerkskammer in der Stadthalle Bad Godesberg. In der anschließenden Woche der Ausbildung werden bestimmte ausbildungsspezifische Schwerpunkte thematisiert. Interessierte erhalten pro Tag die Möglichkeit, sich tiefergehend zu einem aktuellen Thema zu informieren. Die bereits traditionelle Ausbildungsbörse in der Godesberger Stadthalle wird am 14. März 2019 stattfinden.

 

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