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Digitalisierung mindert Fachkräftemangel in Heilbronn-Franken kaum ab

Digitalisierung mindert Fachkräftemangel in Heilbronn-Franken kaum ab Posted on 9. Mai 2018

Der Fachkräftemangel in der Region Heilbronn-Franken wird durch die Digitalisierung der Wirtschaft nicht abgemildert werden können. Das zeigt der IHK-Fachkräftemonitor 2018, auf dessen Basis eine aktualisierte Prognose für Fachkräfteangebot und -nachfrage von heute bis 2030 vorliegt, die die Arbeitsmarkteffekte der Digitalisierung berücksichtigt.

IHK-Prognose: Hochqualifizierte stärker gefragt, weniger Jobs für Ungelernte

In der Wirtschaft 4.0 sind beruflich Hochqualifizierte und Akademiker noch stärker gefragt, als sie es ohne Digitalisierung wären. Durch die Digitalisierung steigt die Nachfrage nach entsprechend Qualifizierten in diesem Jahr um rund 900 Personen. Anders sieht die Situation für An- und Ungelernte aus: Von ihnen fragen die regionalen Unternehmen aktuell 8.400 Personen weniger nach als auf dem Arbeitsmarkt vorhanden sind. Ohne Digitalisierung würde der Überschuss nur 3.800 Personen betragen. „Die Nachfrage verschiebt sich also Richtung gut qualifizierter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer“, sagt Dr. Helmut Kessler, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Heilbronn-Franken.


Weil in den kommenden Jahren die Babyboomer-Generation in Rente geht, wird der Engpass in Heilbronn-Franken von heute 23.000 fehlenden Fachkräften auf 45.000 im Jahr 2030 ansteigen. Die Unternehmen aus der Region Heilbronn-Franken werden etwa jede siebte Fachkräftestelle nicht besetzen können. Selbst für einfache Tätigkeiten wird nicht mehr ausreichend Personal zu finden sein. Jede fünfzehnte Stelle für An- und Ungelernte wird im Jahr 2030 unbesetzt bleiben. „Das Problem ist schon bei vielen Betrieben in der Region angekommen. Fast 70 Prozent befanden bereits zu Jahresbeginn im Rahmen der letzten IHK-Konjunkturumfrage, dass der Fachkräftemangel ihr Geschäft bedroht“, so Dr. Kessler. Darum unterstützt die IHK mit einem vielfältigen Angebot, um möglichst viele Potenziale auf dem Arbeitsmarkt zu heben. Zentrale Säulen sind dabei die duale Ausbildung und berufliche Weiterbildung.

Die Prognosen des Fachkräftemonitors unterscheiden sich nicht nur für verschiedene Qualifikationsniveaus, sondern auch für einzelne Berufsgruppen und Branchen. Zwischen technischen und kaufmännischen Berufen findet bis 2030 eine Verschiebung statt. Im technischen Bereich wird der Mangel etwa gleich bleiben: Heute und bis 2030 werden jeweils rund 13.000 beruflich qualifizierte technische Fachkräfte pro Jahr fehlen. Im kaufmännischen Bereich fehlen heute 7.000 Absolventen einer beruflichen Aus- und Weiterbildung pro Jahr, 2030 sind es mit 29.000 Personen mehr als viermal so viele. Auch dies ist im Zusammenhang mit der Digitalisierung einzelner Branchen zu sehen. Im produzierenden Gewerbe werden Tätigkeiten leichter durch Automatisierung und Digitalisierung von Prozessen ersetzt werden, was in vielen Dienstleistungsbereichen kaum möglich ist. Die Industrie wird so verhältnismäßig etwas weniger dringend Fachkräfte suchen, als das Gesundheits- und Sozialwesen sowie die beratenden und wirtschaftsnahen Dienstleistungen. Besonders zuspitzen wird sich der Engpass bei Erziehern, Sozialassistenten und anderen Berufen aus dem Bereich Erziehung, Soziales und Hauswirtschaft.

Im laufenden Jahr 2018 bestehen die größten Engpässe in Heilbronn-Franken bei ausgebildeten Büro- und Sekretariatsfachkräften mit 2.900 fehlenden Fachkräften, bei beruflich Hochqualifizierten aus Vertrieb und Handel mit 2.400 fehlenden  Personen sowie bei Meistern und Technikern aus der Forschung & Entwicklung und aus der Produktionssteuerung, wo 2.230 Fachkräfte fehlen. Diese Engpässe werden bis 2030 weiter zunehmen – auf 4.200, 3.720 beziehungsweise 3.770 Fachkräfte.

Demografischer Wandel entscheidender Treiber für Fachkräftemangel

Entscheidender Treiber für den Fachkräftemangel ist der demografische Wandel: Liegt das Angebotspotenzial in Heilbronn-Franken 2018 bei 356.000 Fachkräften, so fällt es unter anderem demografisch bedingt bis zum Jahr 2030 um 17 Prozent auf 296.000. Das Durchschnittsalter der Beschäftigten steigt von 43,9 Jahren auf 46,9 Jahre an.

Wie die Daten aus dem IHK-Fachkräftemonitor zeigen, muss vor allem bei den betrieblich ausgebildeten und fortgebildeten Fachkräften für ausreichend Nachwuchs gesorgt werden. Zudem müssen alle Potenziale gehoben werden, die der Fachkräftesicherung dienen. Zwar werden künftig auch Fachkräfte mit Hochschulabschluss gebraucht, aber längst nicht so viele wie beruflich ausgebildete. Die IHK setzt sich daher weiter für die Stärkung der Aus- und Weiterbildung, die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie ausreichend Betreuungsangebote ein, damit mehr junge Eltern, vor allem die gut qualifizierten jungen Frauen, berufstätig sein können. Auch wirbt die IHK bei den Unternehmen für ein gutes Gesundheitsmanagement in den Betrieben, um ältere Arbeitnehmer länger beschäftigen zu können. Von Seiten der Politik erwartet die Wirtschaft ein modernes Zuwanderungsgesetz, damit qualifizierte Arbeitskräfte aus dem Ausland in Deutschland langfristige Perspektiven bekommen, sowie die Vermeidung von Anreizen zur Frühverrentung.

Der IHK-Fachkräftemonitor ist ein Prognoseinstrument, das das Wirtschaftsforschungsinstitut WifOR GmbH für die IHKs in Baden-Württemberg entwickelt hat und jährlich aktualisiert. Mit der interaktiven Webanwendung lässt sich die Fachkräfteentwicklung in repräsentativen Wirtschaftszweigen und Regionen anschaulich visualisieren und vergleichen. Der aktuelle Fachkräftemonitor 2018 ist kostenlos und ohne Anmeldung auf der IHK-Homepage verfügbar unter www.heilbronn.ihk.de/…

Diese Medieninformation kann auch unter www.heilbronn.ihk.de/… abgerufen werden.

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