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Mehr Fachkräfte: Saarland holt bei Älteren-Erwerbsquote auf

Mehr Fachkräfte: Saarland holt bei Älteren-Erwerbsquote auf Posted on 9. Januar 2019

„Die positive Entwicklung der Älteren-Erwerbsquote ist ein wichtiger Schritt für mehr Fachkräfte im Saarland. Eine wesentliche Grundlage hierfür war der von Politik und Wirtschaft vor Jahren eingeleitete Paradigmenwechsel zur Erhöhung der Beschäftigung von Älteren. Ein Teil der Wegstrecke ist also geschafft. Das reicht aber bei weitem noch nicht aus, um langfristig die Fachkräftelücke zu schließen. Mehr denn je muss es jetzt darum gehen, Erwerbstätigkeit statt Frührente zu fördern. Doch nicht nur die Politik ist gefordert. Auch Unternehmen sollten stärker als bisher dazu beitragen, die Beschäftigungsquoten Älterer zu steigern. Denn der Erfahrungsschatz sowie das Wissen und Können dieser Altersgruppe verbessern das betriebliche Wachstumspotenzial.“ So kommentierte Dr. Carsten Meier die heute von der IHK vorgelegten Zahlen zur Entwicklung der Älteren-Erwerbsquote im Saarland.
Nach einer aktuellen Studie der IHK ist der Anteil der 55- bis 64-Jährigen, die dem saarländischen Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, seit dem Jahr 2005 um die Hälfte gestiegen (Bund: ein Drittel). „Dies ist an sich eine beeindruckende Dynamik – vor allem auch im Vergleich zur Entwicklung in vielen anderen Bundesländern. Doch der Schein trügt ein wenig, denn der steile Anstieg im Saarland ist auch das Ergebnis einer niedrigen Ausgangsbasis. Und beim Niveauranking der Bundesländer liegt das Saarland mit 69 Prozent trotz der Fortschritte der vergangenen Jahre aktuell auf dem vorletzten Platz. Nur in Mecklenburg-Vorpommern ist die Älteren-Erwerbsquote geringer (72,6 Prozent)“, so IHK-Geschäftsführer Dr. Carsten Meier, der die Studie erstellt hat.

Dass das Saarland trotz zahlreicher betrieblicher Maßnahmen, um ältere Beschäftigte zu halten und neue einzustellen, nicht besser abschneidet, hat aus Sicht der IHK viele Ursachen. Eine inzwischen nur noch untergeordnete Rolle spielt die montan-industrielle Vergangenheit. Entscheidender ist der hohe Anteil an Schichtarbeit in der produktionsorientierten Saarwirtschaft – Rahmenbedingungen also, die zu anderen Erwerbsbiographien führen. Hinzu kommt, dass hierzulande relativ viele Beschäftigte die Möglichkeit genutzt haben, nach 45 Beitragsjahren abschlagsfrei mit 63 Jahren in Rente zu gehen. Seit Einführung der Rente mit 63 waren dies 11.100 Beschäftigte (Bund: 921.000). Das entspricht in etwa der Gesamtzahl der Beschäftigten in der saarländischen Stahlindustrie. Der damit einhergehende Schaden für die Unternehmen ist immens. Sind doch über diesen Weg in die Frührente in der Regel sehr kompetente, erfahrene und produktive Mitarbeiter ausgeschieden, die in vielen Fällen nicht schnell ersetzt werden können. Dies hat den Fachkräftemangel gerade im verarbeitenden Gewerbe nochmals erheblich verstärkt.

Beachtliches Potenzial für den Arbeitsmarkt

Anspruch und Ziel sollte es aus Sicht der IHK sein, die Älteren-Erwerbsquote bis 2025 auf Bundesniveau und bis 2030 auf das Niveau der skandinavischen Länder (81 Prozent) zu steigern. Die Chance hierzu bietet die stille Reserve. „Wenn dies gelänge, stünden dem saarländischen Arbeitsmarkt im Vergleich zu 2017 rund 6.000 zusätzliche Fachkräfte zur Verfügung. Würde man bis 2030 sogar das heutige schwedische Niveau erreichen, wären es 18.000. Auf diese Weise könnte die sich abzeichnende Fachkräftelücke durch den weiteren Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials im Saarland um mehr als 100.000 Personen bis zum Jahr 2030 zumindest etwas verringert werden“, so Meier.

Die 2017 in Kraft getretene sogenannte Flexi-Rente sowie die Möglichkeit der Kombination einer Teilrente mit Teilzeitarbeit sind aus Sicht der IHK wichtige Bausteine, um zumindest das tatsächliche Renteneintrittsalter innerhalb der nächsten Jahrzehnte zu erhöhen und so möglichst viele Menschen länger im Erwerbsleben zu halten.

Dass hierfür auch betriebsintern bessere Rahmenbedingungen erforderlich sind, haben viele Unternehmen erkannt und handeln entsprechend, indem sie mehr in Weiterbildung, altersgerechte Arbeitsplätze und Gesundheitsförderung investieren. Ihre Personalpolitik ist oftmals lebensphasenorientiert und damit auch auf die Bedürfnisse der Älteren abgestimmt.

Die vollständige Studie steht auf der IHK-Homepage unter der Kennziffer 1512 zum Download zur Verfügung.

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