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Hidden Champions sind Familienunternehmen – welchen Einfluss hat dies auf den Erfolg?

Hidden Champions sind Familienunternehmen – welchen Einfluss hat dies auf den Erfolg? Posted on 17. August 2017

Deutschland hat weltweit die meisten Weltmarktführer gefolgt von den beiden größten Wirtschaftsnationen USA und China. Das Wachstum der Hidden Champion (HC) ist mit 8% deutlich höher als der Durchschnitt der deutschen Wirtschaft. Die Rendite liegt erheblich über dem Durchschnitt der gesamten deutschen Unternehmen.

Was unterscheidet diese Unternehmen von den anderen? Wo liegen Ihre Stärken? Sind sie innovativer? Arbeiten sie effizienter? Wer sind die Eigentümer und Manager der Hidden Champions?
Das Benchmarking Center Europe am INeKO, einem Institut an der Universität zu Köln, hat in einer umfassenden Studie deutsche Weltmarktführer untersucht. Die empirische Studie setzt sich aus drei Komponenten zusammen:

  1. Aktuelle empirische Befragung einer repräsentativen Stichprobe der deutschen Weltmarktführer
  2. Auswertung der öffentlich zugänglichen Daten wie z.B. die Homepage, Presseberichte, etc.
  3. Aktuelle Auswertung der im Handelsregister veröffentlichten Jahresabschlüsse

Um die Daten über die HC zu ermitteln, die nicht öffentlich zugänglich waren, wurde aktuell eine empirische Befragung durchgeführt.
Knapp zwei Drittel (60,9%) der HC sind Familienbetriebe. Drei Viertel dieser Familienbetriebe halten komplett alle Gesellschaftsanteile, knapp 9% zwischen 50 -100% der Anteile, der Rest weniger als die Hälfte.


Um den Einfluss der Familie auf den Unternehmenserfolg zu ermitteln haben wir anhand der öffentlichen zugänglichen Informationen rund 1.200 HC im Hinblick auf die jeweiligen familiären Strukturen untersucht. Zu diesem Zweck wurden die klaren Ziele und Visionen, das Alter des Unternehmens, sowie die familiären Beziehungen (Familienstand, Kinderanzahl, Mitarbeitende Familienangehörige und die Anzahl der Generationen) betrachtet.

Dabei ergab sich, dass vor allem im Familienbesitz befindliche Unternehmen ihre Ziele und Visionen durch die Tradition der vorangegangenen Generationen definieren und diese im Unternehmen bewusst verankert sind. Sie berufen sich auf ihre Traditionen und verfolgen dieselben Ziele, wie ihre Vorfahren. So haben knapp 90% der HC ihre Ziele schriftlich fixiert und kommunizieren diese mit den Interessengruppen. Dabei stehen besonders ein gesundes Arbeitsumfeld und zufriedene Mitarbeiter im Fokus. Aber auch ein starkes Bestreben nach neuen Innovationen und Nachhaltigkeit stellt ein primäres Ziel dar. Komplettlösungen aus einer Hand stehen für viele Betriebe im Mittelpunkt. Viele dieser angesprochenen Unternehmen können auf einen Erfahrungsschatz von über 100 Jahren zurückgreifen und haben die Idee, die Visionen des Firmengründers auch nach dessen Tod beizubehalten.

Die meisten HC sind haben bereits ein biblisches Alter erreicht (Abbildung HC alter)
Nur jeder zehnte Hidden Champion ist jünger als 30 Jahre, ein Fünftel der HC sind zwischen 31- und 60 Jahre und mehr als ein Drittel zwischen 60 und 100 Jahre alt. Mehr als ein Drittel der Unternehmen ist mehr als 100 Jahre alt.

Mehr als die Hälfte der Unternehmen ist in der zweiten und dritten Generation im Familienbesitz. Ein Drittel ist schon mehr als drei Generationen im Familienbesitz und nur 15% in der ersten Generation. Auch zeigt sich wiederum ein zentrales Problem in Deutschland – die Zahl der erfolgreichen Unternehmensgründungen ist im Vergleich zu den USA viel zu gering. Wir zehren noch von den Erfolgen unserer Vorfahren.
Um das Unternehmen im Familienbesitz fortzuführen sind zwei Voraussetzungen unerlässlich:

  1. Das Vorhandensein von Kindern und
  2. deren Bereitschaft das Unternehmen fortzuführen.

Bei den HC dominieren derzeit die zweite und dritte Generation mit jeweils knapp 30%. Der starke Abfall bei der 4. Generation lässt nach der 3. Generation lässt darauf schließen, dass es für viele Familienunternehmen ab diesem Punkt immer schwieriger wird einen Nachfolger aus der eignen Familie zu benennen.
Wie sieht es bei den derzeitigen Eigentümern der Familienunternehmen mit der Möglichkeit aus, das Unternehmen an die Kinder zu vererben. Hat die jetzige Generation Nachwuchs an den das Unternehmen vererbt werden kann?

Knapp 94% der der Eigentümer verheiratet, davon der Großteil (zwei Drittel) in der Erstehe, bei den übrigen konnte die Anzahl der Ehen nicht eruiert werden. Nur 5,4% der Eigentümer sind ledig und nur 0,4% geschieden. Nur die wenigsten Unternehmen machen einen exakten Einblick in den jeweiligen Familienstand ermöglichten.

Dies lässt dennoch mit hoher Wahrscheinlichkeit darauf schließen, dass Unternehmensführer oder Unternehmensführerinnen erfolgreicher sind, wenn sie sich in einem geordneten Familienumfeld bzw. in einer Ehe befinden. (Abb. HC Kinder und Anteile)
Die Mehrzahl der Unternehmenseigner hat 2 Kinder (39%), knapp 35% ein Kind und 13% 3 Kinder, 6% 4 Kinder nur 2% haben mehr als 5 Kinder. Insofern ist die Kinderzahl ähnlich kritisch wie bei der Gesamtbevölkerung.

In drei Viertel der Unternehmen arbeiten ein oder mehrere Familienangehörige im Unternehmen. Mit einem Anteil von über 50% der Unternehmensgründer und ca. 20% der Enkel sind die Verwandten in gerader Linie. Diese Ergebnisse decken sich mit dem enormen Anteil an 2. und 3. Generationen in den Betrieben. Der Erfolg von Unternehmen die über mitarbeitende Familienangehörige verfügen ist mit großer Sicherheit darauf zurückzuführen, dass die Kinder Bzw. die Enkel von klein auf in ihrige zukünftige Rolle innerhalb des Betriebes hineinwachsen und sich wahrscheinlich schon frühzeitig mit dem Unternehmensleitbild identifizieren. Dieser Befund verdeutlicht noch einmal warum die Ziele und Visionen über Generationen weitergegeben bzw. vererbt werden.

Abschließend kann festgestellt werden, dass der Erfolgsfaktor Familie bei HCs von den jeweiligen familiären Strukturen und dessen Anteil am unternehmerischen Erfolg abhängig ist, differenziert beantwortet werden muss. Einerseits ermöglicht der familiäre Zusammenhalt eine herausragende wirtschaftliche Grundlage für folgende Generationen bedingt durch unmittelbaren und andauernden Kontakt zum Unternehmen. Andererseits steht das Unternehmen immer wieder vor zukünftigen Herausforderungen verschiedener Faktoren wie z.B. globale Entwicklung und Veränderung der Arbeitsmärkte sowie Wirtschaftlichen Krisen und Politischen Veränderungen.

Interessant sind auch die Fragen:
Wie sieht die Eigentümerstruktur der Weltmarktführer aus? Wie wird das Management rekrutiert? Wie ist die Firmentreue der Mitarbeiter? Welche Struktur hat der Vertrieb? Welche Verbesserungsmethoden setzen die HC ein? Welche Fertigungsmethoden werden eingesetzt? Welche Vermögens- und Kapitalstruktur weisen die Hidden Champion auf und welche Umsatz- und Ergebniskennzahlen erwirtschaften sie?
Die gesamte Studie finden Sie hier:
http://www.bmc-eu.com/…

Über INeKO – Benchmarking Center Europe

Das BenchMarking Center Europe ist ein Bereich des INeKO – Institut an der Universität zu Köln, es führt Benchmarkingvergleiche für Unternehmen und staatl. Institutionen durch. Durch die Kooperation mit APQC steht uns die größte Benchmarkingdatenbank der Welt zur Verfügung. Mit weltweit über 12.000 Benchmarkingstudien in nahezu allen Branchen werden Kennzahlenvergleiche für nahezu alle betrieblichen Prozesse durchgeführt.

Für die Energiewirtschaft wurde das Center für kommunale Energiewirtschaft gegründet. Es versteht ich als eine Forschungseinrichtung und Partner der kommunalen Energieversorger. Bisher wurden u.a. Benchmarkingvergleiche der Energieversorger sowie der Netzgesellschaften durchgeführt. Weitere Studien zum Marketing und Produktbundling, zu den Berichtspflichten zur Führung von Energieversorgungsunternehmen wurde bereits durchgeführt.

Firmenkontakt und Herausgeber der Meldung:

INeKO – Benchmarking Center Europe
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51105 Köln
Telefon: +49 (221) 86053-16
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http://www.bmc-eu.com

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Matthias Schmieder
Geschäftsführer
Telefon: +49 (221) 8605312
E-Mail: m.schmieder@bmc-eu.com
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