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Homeoffice-Anteil bleibt im August 2026 bei 24,9 Prozent: Warum jede Besprechung im Betrieb inzwischen zwei Gruppen gleichzeitig erreichen muss

Homeoffice-Anteil bleibt im August 2026 bei 24,9 Prozent: Warum jede Besprechung im Betrieb inzwischen zwei Gruppen gleichzeitig erreichen muss Posted on 12. Oktober 2026

Der Homeoffice-Anteil in der deutschen Gesamtwirtschaft lag im August 2026 bei 24,9 Prozent. Laut dem ifo Institut waren es im Dienstleistungssektor 35,1 Prozent, im Großhandel 17,7 Prozent und in der Industrie 16,4 Prozent; im Einzelhandel lag der Wert bei 6,2 Prozent, im Baugewerbe bei 5,1 Prozent. Die Werte stammen aus der ifo Konjunkturumfrage und wurden Anfang September 2026 in München veröffentlicht. Für Betriebe heißt das im Oktober 2026, dass eine Besprechung regelmäßig zwei Gruppen zugleich erreichen muss: eine im Raum und eine am Bildschirm. Einen Überblick über Einsatzszenarien für digitale Whiteboards im Arbeitsalltag bündelt ein Ratgeber des Fachportals der Provimedia GmbH.

Nach Einschätzung des ifo-Forschers Jean Victor Alipour hat sich der Wert seit Jahren nicht nennenswert verändert, weder insgesamt noch in den einzelnen Branchen. Die Verteilung ist damit kein Übergangszustand mehr, sondern die Ausgangslage jeder Raumplanung.

Seit Jahren bleibt der Anteil der Erwerbstätigen mit Arbeit von zu Hause nahezu unverändert

Die amtliche Statistik zeichnet dasselbe Bild über einen längeren Zeitraum. Laut dem Statistischen Bundesamt vom 22. April 2026 arbeiteten im Jahr 2025 rund 25 Prozent aller Erwerbstätigen zumindest gelegentlich von zu Hause aus; 2024 waren es 24 Prozent, 2023 waren es 23 Prozent. Vor der Pandemie, im Jahr 2019, lag der Wert bei 13 Prozent. Grundlage sind die Erstergebnisse des Mikrozensus, der jährlichen Haushaltsbefragung des Bundes.

Die Nutzung hat sich dabei verschoben, nicht die Verbreitung. Laut derselben Auswertung arbeitete 2025 knapp ein Viertel der Nutzenden ausschließlich von zu Hause, während 46 Prozent weniger als die Hälfte ihrer Arbeitstage zu Hause verbrachten. Im Pandemiejahr 2021 waren noch 40 Prozent vollständig zu Hause. Wer heute einen Besprechungstermin ansetzt, trifft also überwiegend auf Beschäftigte, die an manchen Tagen im Büro sitzen und an anderen nicht.

Welche Rolle die Betriebsgröße für die Anwesenheit im Büro spielt

Die Größe des Betriebs erklärt einen erheblichen Teil der Unterschiede. Laut dem Statistischen Bundesamt arbeiteten 2025 in kleinen Unternehmen mit bis zu 49 tätigen Personen 19 Prozent der Erwerbstätigen von zu Hause. In mittleren Unternehmen mit 50 bis 249 Personen waren es 23 Prozent, in großen Unternehmen ab 250 Personen 35 Prozent. Kleine Betriebe planen ihre Räume also für mehr Anwesenheit als Konzerne.

Der technische Aufwand sinkt damit allerdings nicht im gleichen Maß. Sobald auch nur zwei von zehn Teilnehmenden zugeschaltet sind, entscheidet die Raumtechnik darüber, ob beide Seiten gleichberechtigt mitarbeiten. Eine Runde mit acht Anwesenden und zwei Zugeschalteten stellt dieselben Anforderungen an Ton und Bild wie eine rein verteilte Besprechung.

In welchen Branchen drei von vier Erwerbstätigen von zu Hause arbeiten

Nach Branchen getrennt weist das Statistische Bundesamt für das Jahr 2025 folgende Anteile aus:

  • IT-Dienstleistungen sowie Verwaltung und Führung von Unternehmen: jeweils 74 Prozent
  • Unternehmensberatung: 74 Prozent
  • Informationsdienstleistungen sowie Versicherungen, Rückversicherungen und Pensionskassen: jeweils 68 Prozent
  • Kfz-Handel, Kfz-Reparatur und Einzelhandel: jeweils 10 Prozent
  • Gastronomie: 6 Prozent

Nach Angaben der Behörde reicht die Spanne damit von 6 bis 74 Prozent. Eine allgemeingültige Ausstattungsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten: Ein Ingenieurbüro, dessen Belegschaft zu drei Vierteln verteilt arbeitet, braucht andere Räume als ein Handwerksbetrieb mit Arbeit am Objekt. Welche Moderationsformen für gemischte Präsenz- und Onlinerunden taugen, beschreibt ein Leitfaden zu Kollaboration und Moderation in verteilten Teams.

Wie stark das Alter und das Land die Nutzung prägen

Die Altersverteilung folgt dem Lebenslauf. Laut dem Statistischen Bundesamt nutzten 2025 die 35- bis 44-Jährigen mit 30 Prozent am häufigsten die Arbeit von zu Hause, gefolgt von den 25- bis 34-Jährigen mit 28 Prozent. Bei den 15- bis 24-Jährigen waren es 10 Prozent, bei den 55- bis 64-Jährigen 22 Prozent. Als Gründe nennt die Behörde unter anderem die Berufsausbildung bei Jüngeren und die Vereinbarkeit von Beruf und privaten Verpflichtungen in den mittleren Jahrgängen.

Im europäischen Vergleich liegt Deutschland leicht über dem Mittel. Nach Angaben der EU-Statistikbehörde Eurostat arbeiteten 2025 EU-weit 23 Prozent aller Erwerbstätigen ab 15 Jahren zumindest gelegentlich von zu Hause. In den Niederlanden waren es 52 Prozent, in Schweden 45 Prozent, in Rumänien und Bulgarien jeweils 4 Prozent. Eine frühere ifo-Auswertung von über 93 Millionen Online-Stellenanzeigen aus dem Zeitraum Januar 2014 bis Juni 2025 zeigt ein ähnliches Bild. Danach enthält jede fünfte Ausschreibung in Deutschland die Option, von zu Hause zu arbeiten; bei Finanz- und Versicherungsdienstleistungen sind es 42 Prozent.

Im Herbst 2026 entscheidet die Budgetplanung über die Raumtechnik

Der Oktober markiert in vielen Betrieben den Beginn der Budgetplanung für das Folgejahr. Wer Räume neu ausstattet, entscheidet mit der Technik zugleich über die Arbeitsform: Eine Kamera, die nur den Wortführer am Kopfende zeigt, macht die Zugeschalteten zu Zuhörern.

„Hybride Besprechungen scheitern selten an der Leitung und fast immer an der Aufmerksamkeit. Wer zugeschaltet ist, braucht dieselbe Fläche zum Mitschreiben wie jemand, der im Raum steht“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.

Die nächste Fortschreibung der amtlichen Zahlen steht mit den Endergebnissen des Mikrozensus an, die monatliche Umfrage des ifo Instituts erscheint fortlaufend.

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