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Es zahlt sich aus, in Mental Health zu investieren

Es zahlt sich aus, in Mental Health zu investieren Posted on 17. Februar 2026

Die Zahl der Fehltage aufgrund psychischer Krankheiten steigt seit Jahren an. Sie verursachen den Unternehmen hohen Kosten und führen oft zu erheblichen Beeinträchtigungen der betrieblichen Abläufe. Viele Unternehmen haben inzwischen Maßnahmen ergriffen, die ihnen helfen psychische Probleme in der Belegschaft früh zu erkennen und gegenzusteuern.

Es ist ein Trend und es ist ein beunruhigender: Immer mehr Menschen leiden am Arbeitsplatz unter einer psychischen Krankheit. Die Folge ist, dass immer mehr Menschen aufgrund ebendieser Krankheiten im Job fehlen. Über die Ursachen wird breit diskutiert. Inzwischen ist Mental Health ein Thema vieler internationaler Studien und Erhebungen, denn das Problem lässt sich in vielen entwickelten Ländern der Welt beobachten. Warum ist das so? Sind die Menschen heute anfälliger für psychische Störungen oder trauten sie sich früher einfach nicht, darüber zu sprechen? Beides wird eine Rolle spielen. Zum einen haben sich die Arbeitsbedingungen für die meisten Beschäftigten in Industrieländern in den letzten Jahren stark verändert. Man denke nur an die Veränderungen, die die Digitalisierung mit sich bringt. Zum anderen dürfte spätestens seit der Corona-Pandemie, die ganze Gruppen der Bevölkerung an ihre psychischen Grenzen gebracht hat, die Akzeptanz solcher Krankheiten gestiegen sein.

In der jüngsten Erhebung „OSH Pulse 2025“ gaben aber immer noch 48 Prozent der Befragten an, sie fürchteten, das Bekanntwerden psychischer Probleme könnte zu einem Karriereknick führen. 58 Prozent würden gerne mit ihren Vorgesetzen über ihren psychischen Zustand reden und auch die Ursachen benennen können. Mit Abstand vorne liegt dabei das hohe Arbeitspensum (44 Prozent), gefolgt von mangelnder Anerkennung der Anstrengungen im Job (34) und schlechter Kommunikation im Unternehmen (29). OSH Pulse ist eine regelmäßige, repräsentative Umfrage der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz unter mehr als 28.000 Beschäftigten in Europa.

Deutschland steht mit der registrierten Zunahme psychisch bedingter Krankheiten am Arbeitsplatz also nicht alleine da. In den Erhebungen der großen Krankenkassen sind psychische Störungen inzwischen nach Atemwegserkrankungen und noch vor Erkrankungen des Bewegungsapparats, also etwa Rückenbeschwerden, die zweithäufigste Ursache für eine Krankschreibung. Und während die Nummer eins und die Nummer drei zuletzt leicht rückläufig waren, stieg die Zahl der psychischen Erkrankungen weiter an. „Die Fehlzeiten unter der Diagnose psychischer Störungen bei Berufstätigen 2024 markieren mit 328 AU-Tagen (Arbeitsunfähigkeitstagen) je 100 Versicherungsjahre in dieser Gruppe den höchsten Stand seit Beginn der Auswertungen zum Jahr 2000“, heißt es im Gesundheitsreport 2025 der Techniker Krankenkasse. Im Vergleich zum Jahr 2000 sei damit eine Steigerung um 155 Prozent zu verzeichnen.

Mental Health ist in Deutschland gesetzlich verankert
Die Weltgesundheitsorganisation WHO definiert psychische Gesundheit als einen Zustand des Wohlbefindens, in dem ein Mensch alle seine Fähigkeiten ausschöpfen, die Belastungen des Alltags bewältigen, produktiv arbeiten und einen Beitrag für die Gemeinschaft leisten kann. Das ist wohl eher ein hehres Ziel, denn eine Beschreibung des real existierenden Alltags vieler Menschen. Konkreter wird da die deutsche Gesetzgebung. In Artikel 5 des Arbeitsschutzgesetzes ist seit 2013 vorgeschrieben, dass sich Arbeitgeber nicht nur um die körperliche, sondern auch um die psychische Gesundheit ihrer Beschäftigten kümmern müssen. Sie sind unter anderem aufgefordert, eine „Gefährdungsbeurteilung Psyche“ durchzuführen, um Belastungen am Arbeitsplatz zu identifizieren und Maßnahmen dagegen abzuleiten. In der Praxis wird die GBU Psyche aber erst von wenigen Unternehmen durchgeführt.

Das heißt aber nicht, dass die Unternehmen nicht gezielt in Maßnahmen zur Erhaltung oder Verbesserung der psychischen Gesundheit ihrer Beschäftigten investierten. Gerade in familiengeführten Unternehmen ist die Fürsorge traditionell recht hoch. Die Unternehmen tun das aber auch aus wirtschaftlichem Interesse. Ein durch Krankheit fehlender Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin kosten viel Geld. Und mit psychischen Erkrankungen fehlen die Menschen meist viel länger am Arbeitsplatz, als mit körperlichen. Die Krankenkasse DAK-Gesundheit hat ermittelt, dass die durchschnittliche Dauer der ersten Krankschreibung aufgrund einer psychischen Krankheit im Jahr 2023 gut 33 Tage betrug. Das sind mehr als sechs Wochen, in denen ein Beschäftigter nicht produktiv ist, aber trotzdem bezahlt wird. Hinzu kommen Effizienzeinbußen, die entstehen, weil die Kolleg:innen während des Ausfalls einer Person deren Arbeit miterledigen müssen. Mitunter müssen in der Produktion sogar Schichten ausfallen, weil nicht genügend Personal verfügbar ist. Eine Investition in Mental Health der Beschäftigten zahlt sich daher meist aus.

Externe oder interne Hilfsangebote
Bei den Methoden und Maßnahmen zeigt sich ein breites Spektrum. Einige Unternehmen versüßen ihren Beschäftigten die Arbeit, indem sie etwa einen oder zwei Mental-Health-Tage zusätzlich zum Urlaub spendieren. Andere bezahlen Yoga-Kurse oder die Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio. Auch Coachings für Beschäftigte werden immer beliebter. Grundsätzlich lassen sich zwei Ansätze unterscheiden: externe und interne Angebote und Maßnahmen. Die einen argumentieren, Mitarbeitende seien freier, wenn sie sich mir ihren psychischen Problemen an eine Person wenden können, die nicht Teil des Unternehmens ist. Die anderen sagen, im Betrieb könne man viel punktgenauer auf die Probleme eingehen und dennoch Anonymität wahren. Bei dieser Gruppe sind die Mental-Health-Aktivitäten meist fest in des betriebliche Gesundheitsmanagement eingebunden. Ein solches haben nach Daten der Technikerkrankenkasse mittlerweile knapp 90 Prozent der Unternehmen eingerichtet.

Im Durchschnitt verbringen die Menschen in Deutschland laut dem Statistischen Bundesamt 40,2 Stunden bei der Arbeit. Das ist ein Großteil des Lebens. Kein Wunder, dass die Arbeit und das Arbeitsumfeld einen großen Einfluss darauf haben, wie sich jeder einzelne fühlt. Wenn sich die Beschäftigten wohl bei ihrer Arbeit fühlen, haben alle etwas davon.

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