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Vom Überseecontainer zum energieautarken Raum

Vom Überseecontainer zum energieautarken Raum Posted on 24. Mai 2019

Wie funktioniert ein Null-Energie-Haus? Und wie arbeiten Planer und Handwerker daran? Diese Fragen soll ein umgebauter Überseecontainer jungen Menschen auf anschauliche Art beantworten. Entstanden ist dieser Informationsraum in einem Projekt, das angehende Planer und Handwerker zusammengebracht hat: Auszubildende des SHK-Handwerks und Studierende des Studiengangs Energiesystemtechnik an der Hochschule Offenburg haben das Anschauungsobjekt innerhalb weniger Wochen gemeinsam geplant und ausgebaut. Heute feierten die Projektpartner das Ende der Bauphase.

„Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die gewerkeübergreifende Zusammenarbeit auf den Baustellen wegen der anspruchsvollen Systemintegration energieeffizienter Gebäudetechnik neue Herausforderungen mit sich bringt“, erläutert Professor Dr.-Ing. Jens Pfafferott von der Hochschule Offenburg die Motivation für das interdisziplinäre Projekt. „Je größer das Verständnis der Akteure füreinander und für die Arbeit des anderen ist, desto einfacher lassen sich diese innovativen Konzepte umsetzen.“ Gleichzeitig wolle man Offenheit für neue Technologien bei Planern und Handwerkern fördern. Die Energiewende werde zu großen Teilen im Bereich der regenerativen, intelligenten Gebäudetechnik umgesetzt.

„Ein wirklich anschauliches Projekt“

Aus diesem Ansatz entstand schließlich das Projekt „SHK4FutureEnergysystems“, dessen Ziel der Umbau eines Seecontainers hin zu einem energieautarken Raum war, der gewisse Mindestansprüche an Raumkomfort befriedigt und gleichzeitig transportabel bleibt. „Ein wirklich anschauliches Projekt also, das ganz praxisbezogen Zukunftsenergien und die Arbeit der SHK-Berufe präsentiert“, erläutert Wolfram Seitz-Schüle, Geschäftsführer der Handwerkskammer Freiburg. Die Kammer stellte für den Ausbau die Infrastruktur ihrer Gewerbe Akademie zur Verfügung.

An sechs Freitagen haben die Auszubildenden und Studierenden auf dem Gelände der Gewerbe Akademie am Standort Freiburg umgesetzt, was in Prof. Pfafferotts Lehrveranstaltung zuvor theoretisch geplant wurde. Von der Fußbodenheizung über eine Wärmepumpe, einen Speicher, eine Deckenheizung und -kühlung bis hin zu den Photovoltaik-Modulen auf dem Dach wurde alles installiert, was für eine Null-Energie-Ausstattung notwendig ist.

Robert Meyer, Mitarbeiter des ISE, hat die Auszubildenden und Studierenden über den gesamten Projektzeitraum am Container begleitet. „Es war schön zu sehen, wie die Gruppe zunehmend zusammengewachsen ist. Die Einteilung, dass die Azubis die eher anspruchsvollen handwerklichen Aufgaben erledigen und die Studierenden die planerischen und handwerklich leichteren, hat gut funktioniert.“

„Richtig gute Werbung für unser Handwerk“

Jonas Tritschler, Auszubildender bei Fehrenbach Haustechnik, war begeistert vom Projekt: „Den Container von Grund auf zu gestalten und bis zur Fertigstellung dabei zu sein, ist total interessant. Außerdem ist das eine richtig gute Werbung für unser Handwerk!“ Constantin Klocke, der seine Ausbildung bei Jochen Sahl macht, freute sich über die fachliche Herausforderung. „Eine Wärmepumpe anzuschließen – das habe ich bisher noch nicht gemacht.“

Aus dem Handwerk kommt auch Student Rafael Köninger. Er hat eine Ausbildung zum technischen Systemplaner absolviert bevor er sich dazu entschloss, noch zu studieren. „Es ist eine ganz neue Erfahrung, in diesem Projekt zu arbeiten. Wir lernen alle gegenseitig voneinander.“ Auch für Eduard Bolinger ist das Studium die zweite Ausbildung. Der gelernte technische Zeichner für Maschinen- und Anlagenbau ist vor allem von der Technik begeistert. „Ein autark laufendes Gebäude auszustatten und das von der Pike auf – das ist super.“

„Gelungene Zusammenarbeit“

Im Anschluss an die Fertigstellung wird der Container als Demonstrationsobjekt im Rahmen der Aus- und Weiterbildung auf Messen dienen, um Nachwuchskräfte in den Bereichen Versorgungstechnik und SHK zu begeistern.

Aber schon während der Bauphase des Containers wurde die Anschaulichkeit von rund 100 Schülerinnen und Schülern aus der Freien Christlichen Schule Freiburg getestet. Die Projektpartner stellten in kurzen Vorträgen den theoretischen Unterbau vor, bevor es dann auf der Baustelle an die praktischen Einblicke gab. Bei den Führungen kamen die Schüler mit den Auszubildenden und Studenten ins Gespräch. Simon Jakob, Lehrer am Technischen Gymnasium der Freien Christlichen Schule, zeigte sich begeistert. „Die Vorstellung des Projektes war für alle beteiligten Schülerinnen und Schülern eine gewinnbringende Erfahrung. Eine wirklich gelungene Zusammenarbeit aller beteiligten Institutionen.“

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