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Handwerkspräsident möchte „Brücken zwischen den Bildungssystemen“ bauen

Handwerkspräsident möchte „Brücken zwischen den Bildungssystemen“ bauen Posted on 27. Januar 2017

Über 100 Gäste waren gestern auf den Campus Mönchengladbach der Hochschule Niederrhein gekommen, um über das Thema „Hochschule und Handwerk – Partner oder Konkurrenten“ zu diskutieren. Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Präsident des deutschen Handwerkkammertags und Vizepräsident der deutschen Arbeitgeberverbände, gab gleich zu Beginn seines Vortrags die Richtung vor: „Lassen Sie uns Brücken zwischen den Bildungssystemen bauen“, rief er den Gästen zu.

Wollseifer war auf Einladung des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften gekommen. Dort können junge Menschen seit dem Wintersemester 2015/16 den Studiengang Handwerksmanagement – Betriebswirtschaftslehre studieren und damit nach zehn Semestern drei Abschlüsse erwerben: den Gesellen, den Meister und den Bachelor. Einmalig ist dieses triale Studium indes nicht: 2010 startete ein solcher Studiengang erstmals an der privaten, kostenpflichtigen Fachhochschule des Mittelstands. Die Hochschule Niederrhein ist die erste staatliche Hochschule, die einen solchen Studiengang nun anbietet.

Die Hoffnung, die alle Akteure mit einem solchen Studiengang verbinden: den Fachkräftemangel im Handwerk bekämpfen. Dieser gilt als größte Baustelle im Handwerk, dem es wirtschaftlich gut geht und das seit Jahren stärkere Wachstumszahlen verzeichnet als die Gesamtwirtschaft. Jedoch: Der Fachkräftemangel macht der Branche zu schaffen, alleine 2016 konnten 15.000 Ausbildungsplätze nicht besetzt werden.

Prof. Dr. Harald Schoelen unterstrich die Ziele der Hochschule mit der Einführung des trialen Studiengangs: „Wir möchten für die Region da sein und benötigen dafür Partner – und haben uns mit diesem Studiengang erstmals auch Partner im Handwerk gesucht.“ Der Studiengang wird gut angenommen, zum Wintersemester starteten 22 junge Menschen in die Ausbildung. Darunter Tischler, Maler und Lackierer, Anlagenmechaniker, KFZ-Mechatroniker, Bäcker, Schreiner, Elektroniker, Zahntechniker, Damenmaßschneiderin und Friseure.

Ein neues, bislang ungewohntes Klientel an der Hochschule Niederrhein. Der aber an dieser Stelle ihre 35-jährige Erfahrung aus dem dualen Studium zu Gute kommt, wie Hochschulpräsident Prof. Dr. Hans-Hennig von Grünberg betonte: „Wir gelten als Erfinder des dualen Studiums, das eine berufliche Ausbildung mit einem Studium verbindet. Daher war es nur folgerichtig, dass wir auch die ersten sind, die einen Schritt weitergehen und als erste staatliche Hochschule ein triales Studium anbieten.“

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