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www.miningscout.de – Neuseelands Energiekrise: Kein Ende in Sicht

www.miningscout.de – Neuseelands Energiekrise: Kein Ende in Sicht Posted on 30. September 2026

Der größte Methanol-Hersteller des Landes stellt aufgrund der Gasknappheit die Produktion ein, Finanzierungsfragen verzögern das geplante LNG-Terminal. Wenige Wochen vor den Wahlen in Neuseeland läuft die Lizenzerteilung, die erfolgreiche Bieter zu margenstarken Lieferanten eines chronisch unterversorgten Marktes macht.

Der neuseeländische Öl- und Gasexplorer Monumental Energy (ISIN: CA61534D1087, WKN: A3EYZW) kommt seinen Zielen auf dem hochlukrativen Markt des Landes näher. Der Antrag auf eine Erdölexplorationsgenehmigung für das rund 250 km2 große Antragsgebiet Tirua Point im nördlichen Taranaki-Becken wurde durch New Zealand Petroleum & Minerals (NZPAM) angenommen, die staatliche Prüfung läuft.

Monumental Energy rechnet nach Genehmigung und dem Abschluss der endgültigen Joint-Venture- und Betriebsvereinbarungen mit einem Anteil von 60 % an dem Projekt. 30 % werden auf das private Unternehmen 3TCF entfallen, 10 % auf New Zealand Energy Corp, das als Betreiber vorgesehen ist und an dem Monumental eine Beteiligung hält.

Monumental Energy beantragt Explorationslizenz

Die drei Unternehmen konnten im Antragsgebiet zwei Gas-Kondensat-Zielgebiete identifizieren: Mauku Northeast und Mangatoa. Die Formationen stammen aus dem Eozän bzw. der mittleren Kreidezeit, sollen aber ein brandaktuelles Problem lösen: Nicht nur Europa leidet unter Energiemangel, sondern auch Neuseeland.

Nun hat Monumental Energy die Neuinterpretation der Daten für Mauku Northeast abgeschlossen und ein Zielgebiet ausgewählt. Das Unternehmen beziffert das potenziell förderbare Gasvolumen auf 200 Petajoule und nennt eine Zieltiefe von rund 2.000 Metern. Auch Mangatoa mit einem nach Unternehmensangaben mehr als 1.000 Petajoule großen Potenzial könnte nach neu ausgewerteten seismischen Daten von Land aus erbohrt werden. Ob sich die Zielgebiete wirtschaftlich erschließen lassen, müssen weitere technische Arbeiten und Bohrungen zeigen. Die endgültige Genehmigung für das Antragsgebiet steht noch aus.

Anfang September gab das Unternehmen Methanex die Einstellung der Produktion ab dem kommenden Jahr auf unbestimmte Zeit bekannt. Ursächlich für die Entscheidung ist der anhaltende strukturelle Erdgasmangel in Neuseeland. Das Unternehmen ist mit seinem Werk in Taranaki der größte Methanol-Hersteller des Landes.

Methanex verbraucht rund 40 % des neuseeländischen Erdgases. Das Unternehmen erklärte, es sehe keine klare Perspektive auf bessere Versorgung und sei deshalb „nicht mehr zuversichtlich“, die Produktion fortsetzen zu können. Der Schritt entlastet den Gasmarkt. Methanex wird seine Ansprüche aus Erdgaslieferverträgen für den Zeitraum vom ersten Quartal 2027 bis zum Ende des Jahrzehnts verkaufen.

Es ist der nächste Tiefpunkt für den neuseeländischen Energiemarkt. Das Land, das einen Großteil seines Stroms mit Wasserkraft erzeugt, leidet vor allem in trockenen Sommern bei leerlaufenden Stauseen unter Strommangel. Dann müssen Gaskraftwerke einspringen, um das Netz stabil zu halten. In der Vergangenheit führte dies bereits zu drastisch steigenden Großhandelspreisen am Strommarkt.

Der Mangel geht auf politische Entscheidung zurück. Im Jahr 2018 hatte die Vorgängerregierung ein weitreichendes Bohrverbot erlassen. Dieses führte mit einigen Jahren Verzögerung zu deutlichen Rückgängen bei Produktion und Reserven.

Die Gasproduktion des Landes lag im vergangenen Jahr bei durchschnittlich rund 215 Millionen Kubikmetern pro Monat, verglichen mit 415 Millionen Kubikmetern pro Monat im Jahr 2017. Die nachgewiesenen und wahrscheinlichen Erdgasreserven des Landes sanken zum 01. Januar 2026 im Vergleich zum Vorjahr um 23 % auf 731 Petajoule. Dies ist der niedrigste Stand seit Beginn der Aufzeichnungen vor mehr als zwei Jahrzehnten.

Neue Lizenzen und Gas Security Fund

Die Regierung hat Maßnahmen beschlossen. Ende Juli wurde zum ersten Mal seit langer Zeit eine Genehmigung für die Exploration von Erdöl erteilt. Das australische Privatunternehmen EnZed Energy erhielt eine 12-jährige Erdölexplorationslizenz für ein 546 km² großes Gebiet im Offshore-Taranaki-Becken. Im August erhielt Matahio NZ Onshore Limited eine 10-jährige Erdölfördergenehmigung für das Puka-Feld in der Onshore-Region Taranaki. Rund ein halbes Dutzend weiterer Unternehmen haben Anträge auf Offshore-Explorationsrechte gestellt.

Die Zeit könnte drängen: Im November sind Wahlen. Die oppositionelle Labour-Partei plant, ihr Verbot im Falle eines Wahlsiegs wieder einzuführen, die bestehenden Genehmigungen jedoch zu respektieren.

Die Regierung wollte eigentlich noch vor den Wahlen eine verbindliche Entscheidung zur Errichtung eines LNG-Terminals treffen. Da die Finanzierung allerdings noch unklar ist (im Wahlkampf erscheint es wenig opportun, die Kosten über eine Umlage für Haushalte einzuspielen), dürfte die Entscheidung jüngsten Information zufolge erst nach den Wahlen getroffen werden.

Ein weiterer Ansatzpunkt ist der 200 Millionen NZD schwere Gas Security Fund. Anfang September wurden die ersten Mittel freigegeben: Empfänger sind zwei Projekte des im Terranaki tätigen Explorations- und Produktionsunternehmens Todd Energy.

„Zusammen könnten diese ersten Investitionen (…) über einen Zeitraum von fünf bis neun Jahren bis zu 19,9 Petajoule an zusätzlichen Gasreserven erschließen, um unsere Energieversorgung während des Übergangs zu erneuerbaren Energien aufrechtzuerhalten“, sagt Rohstoffminister Shane Jones.

Gaspreise in Neuseeland erreichten im März Allzeithoch

Wer eine Lizenz erhält und den Markteinstieg schafft, kann unabhängig vom Ausgang der Wahl den lukrativen neuseeländischen Markt beliefern, der um ein Mehrfaches höhere Preise bietet als etwa der nordamerikanische Markt. Im März wurde der bisherige Rekordpreis von 0,31 NZD pro Kilowattstunde erreicht. Trotz des Methanex-Rückzugs bleibt der Markt angespannt, weil die Maßnahmen der Regierung erst mit Verzögerung wirken.

Sollte Labour die Wahlen im Herbst gewinnen, dürfte die Öl- und Gasknappheit im Inselstaat sogar noch zunehmen. Derzeit sehen die Umfragen allerdings nur eine geringe Wahrscheinlichkeit für eine Mehrheit des linken Blocks.

„Tirua Point würde unsere Präsenz im Taranaki-Becken ausbauen und zwei identifizierte Gas-Kondensat-Projekte in unser neuseeländisches Portfolio aufnehmen“, sagt Monumental Energy CEO Maximilian Sali. Er ist von einer „Neubewertung“ des Aktienkurses überzeugt und kündigte bis zum Jahresende „viele positive Impulse“ an.

Hohe Gaspreise in einem Land mit langer Tradition in der Öl- und Gasförderung: Monumental Energy gehört zu den Profiteuren der strukturellen Knappheit auf dem neuseeländischen Markt. Die Genehmigung der Projekte könnte zum Katalysator für die Bewertung werden, die das Potenzial des knappen Marktes derzeit noch nicht widerspiegelt.

Weitere Informationen zu Monumental Energy finden Sie im Unternehmensprofil auf Miningscout.de:

https://www.miningscout.de/minenaktien/monumental-energy-corp/

Unternehmen: Monumental Energy Corp
TSXV: MNRG
WKN: A3EYZW
ISIN: CA61534D1087
Webseite: www.monumental.energy

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