Direkt zu Beginn der Tagung erhält am 7. September Professor Dr. Ingo Krossing, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, den mit 7500 Euro dotierten Marianne-Baudler-Preis (benannt nach der Phosphor-Chemikerin Marianne Baudler, 1921–2003) für seine herausragende Forschung auf dem Gebiet der anorganischen Chemie. Krossing forscht auf außergewöhnlich breitem Feld: von der Molekülchemie – etwa mit dem nach ihm benannten „Krossing-Anion", das Pseudo-Gasphasen-Bedingungen erzeugt und neuartige Kationen stabilisiert – über Aziditätsskalen und Redoxchemie bis hin zur elektrochemischen Energiespeicherung und Heterogenkatalyse. In all diesen Bereichen zählt er zur Spitze seines Fachs.
Am 9. September erhält Professor Dr. Vito Capriati von der Università degli Studi di Bari Aldo Moro, IT, den Arfvedson-Schlenk-Preis (benannt nach den Lithium-Pionieren Johan August Arfvedson und Wilhelm Schlenk). Der Preis ist mit 7500 Euro dotiert und wird von der Albemarle Germany GmbH gesponsort. Mit der Auszeichnung würdigt die GDCh Capriatis wegweisenden Beiträge zur Lithiumchemie. Der Wissenschaftler gilt als Pionier auf dem Gebiet der Lithiumorganyle (lithiumhaltige metallorganische Verbindungen). Besondere Impulse setzte er beim Einsatz unkonventioneller Lösungsmittel. Auch in der Chemie der Lithiumcarbenoide (reaktive Zwischenstufen mit Lithium und Abgangsgruppe am selben Kohlenstoff) leistete Capriati Pionierarbeit. Sein wissenschaftliches Werk zeichnet sich durch hohen Impact, breite thematische Vielfalt und exzellente Anwendungsbezüge aus.
Weitere Auszeichnungen der Fachgruppen
- Im Rahmen der Tagung wird außerdem Professor Dr. Florian Kraus, Philipps-Universität Marburg, mit der Rudolf-Hoppe-Vorlesung der GDCh-Fachgruppe Festkörperchemie und Materialforschung ausgezeichnet. Die Namensvorlesung ist mit 1000 Euro dotiert und mit der Einladung verbunden, vier Vorträge zu halten.
- Den mit 5000 Euro dotierten TANIOBIS-Promotionspreis der Fachgruppe Festkörperchemie und Materialforschung – gestiftet von der TANIOBIS GmbH – teilen sich in diesem Jahr Dr. Vasiliki Faka, Universität Münster, und Dr. Pascal Kolodzeiski, TU Dortmund.
- Die Wöhler-Vereinigung für Anorganische Chemie verleiht zudem den mit 5000 Euro dotierten Wöhler-BASF-Preis an Prof. Dr. Schirin Hanf, Karlsruher Institut für Technologie (KIT).
- Außerdem zeichnet die Fachgruppe Dr. Charafa Souilah El Hadri, University of Bristol, UK, und Dr. Nils Ansmann, University of Oxford, UK, mit dem mit 1000 Euro dotierten Wöhler-Promotionspreis für Anorganische Chemie 2026 aus. Dr. Corinna Czernetzki, Monash University Melbourne, AUS, sowie Dr. Dustin Kass, Seramun Diagnostica GmbH, Heidesee, erhalten nachträglich den Wöhler-Promotionspreis für Anorganische Chemie 2025.
- Gemeinsam mit dem European Journal of Inorganic Chemistry (EurJIC) verleiht die Wöhler-Vereinigung für Anorganische Chemie zudem den mit 1500 Euro dotierten EurJIC-Wöhler Young Investigator Prize an Prof. Dr. Liu Leo Liu, Southern University of Science and Technology (SUSTech)/CHN.
Weitere Informationen zur Tagung: www.gdch.de/inorgchemconf2026
Zur Person: Professor Dr. Ingo Krossing
Ingo Krossing studierte von 1988 bis 1994 Chemie an der Ludwig-Maximilians-Universität München und promovierte dort bis 1997 in Anorganischer Chemie. Anschließend war er von 1997 bis 1999 Postdoktorand an der University of New Brunswick, Kanada (CA), habilitierte sich bis 2002 als Liebig-Stipendiat an der Universität Karlsruhe (TH) und wirkte dort bis 2004 als Privatdozent und Heisenberg-Stipendiat. Von 2004 bis 2006 war er Assistenzprofessor an der ETH/EPF Lausanne, Schweiz (CH). Seit 2006 ist Krossing ordentlicher Professor an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Er erhielt zwei ERC Advanced Grants und ist Mitglied der Leopoldina. Zudem engagiert sich Krossing für die chemische Gemeinschaft: Er wirkte viele Jahre im Vorstand der Wöhler-Vereinigung und ist Mitglied des DFG-Fachforums Chemie.
Zur Person: Professor Dr. Vito Capriati
Vito Capriati schloss 1990 sein Studium der Chemie und Pharmazeutischen Technologie an der Universität Bari Aldo Moro, Bari, IT, ab. 1990–1991 arbeitete er als Forensischer Chemiker beim RIS der Carabinieri in Rom, IT, anschließend als CNR-Stipendiat in Bari. Ab 1993 wirkte er als Assistant Professor, ab 2002 als Associate Professor für Organische Chemie an der Universität Bari Aldo Moro. Seit 2019 ist er dort Lehrstuhlinhaber für Organische Chemie, seit 2016 zudem Direktor des Interuniversitären Konsortiums C.I.N.M.P.I.S. Capriati ist Fellow der Royal Society of Chemistry (2019), mehrfach ausgezeichnet und Autor von über 180 Publikationen.
Die Gesellschaft Deutscher Chemiker ist mit rund 28 000 Mitgliedern eine der größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie hat 33 Fachstrukturen sowie 60 Ortsverbände und 54 Regionalforen des JCF (JungesChemieForum). Die GDCh fördert die wissenschaftliche Arbeit sowie den Austausch und die Verbreitung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse. Sie unterstützt die Schaffung von Netzwerken, transdisziplinäre und internationale Zusammenarbeit und die kontinuierliche Aus- und Fortbildung in Schule, Hochschule und Beruf. www.gdch.de
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