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Saarwirtschaft kommt weiterhin nicht in Fahrt

Saarwirtschaft kommt weiterhin nicht in Fahrt Posted on 22. Mai 2026

Die wirtschaftliche Erholung im Saarland kommt angesichts der angespannten geopolitischen Lage und ausbleibender struktureller Reformen in Deutschland weiterhin nicht voran. Darauf deuten die Rückmeldungen der Unternehmen zu ihrer aktuellen Geschäftslage und zu den Erwartungen für die kommenden sechs Monate hin. Mit 3,6 Punkten verharrt der IHK-Lageindikator auf dem Niveau des Vormonats und liegt damit deutlich unter seinem langfristigen Durchschnitt. Leicht verbessert haben sich hingegen die Geschäftserwartungen: Der IHK-Erwartungsindikator stieg um 1,7 Punkte auf minus 13,0 Zähler. Die Mehrheit der Unternehmen blickt damit nach wie vor pessimistisch auf die kommenden Monate. Wie bereits im Vormonat stabilisieren insbesondere die Stahl- und die Rüstungsindustrie die Lage. Bei den Erwartungen kommen erste positive Impulse zudem aus der Elektroindustrie. „Die Saarwirtschaft kommt weiter nicht in Fahrt. Der anhaltende Konflikt am Persischen Golf belastet Unternehmen und Verbraucher unmittelbar: höhere Öl- und Gaspreise, Verwerfungen an den Finanzmärkten und gestörte Lieferketten treiben die Kosten und bremsen Investitionen wie Konsum. Die zusätzlichen staatlichen Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung können das allenfalls kurzfristig überdecken, aber keinen echten Aufschwung ersetzen. Selbst wenn der Iran-Krieg bald enden sollte, werden die Folgen bei Energiepreisen, Rohstoffen und Lieferketten noch lange nachwirken. Umso dringlicher ist jetzt ein klarer wirtschaftspolitischer Kurswechsel: niedrigere Lohnnebenkosten, weniger Bürokratie, wettbewerbsfähige Energiepreise und spürbare steuerliche Entlastungen für Unternehmen. Deutschland braucht keine weiteren Belastungen, sondern endlich eine konsequente Reformagenda für mehr Wachstum, mehr Investitionen und mehr Zuversicht.“ So kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Frank Thomé die Ergebnisse der Mai-Umfrage der IHK Saarland, an der sich rund 300 Unternehmen mit insgesamt gut 90.000 Beschäftigten beteiligt haben.

Derzeit bewerten 26 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage als gut oder sehr gut, 52 Prozent als befriedigend und 22 Prozent als schlecht. Im Verarbeitenden Gewerbe zeigt sich weiterhin ein differenziertes Bild: Während die Bauwirtschaft von öffentlichen Aufträgen profitiert, bleibt die Lage in wichtigen Industriezweigen insgesamt durchwachsen. Überwiegend befriedigend stellt sich die Situation im Ernährungsgewerbe, im Stahlbau, im Maschinen- und Anlagenbau, in der Medizintechnik, in der Elektroindustrie sowie in weiten Teilen der Automobilzulieferindustrie dar. Bei den Metallerzeugern und in der Stahlindustrie hat sich die Lage zuletzt etwas stabilisiert. Dazu dürften neben Nachholeffekten nach sehr schwachen Vorquartalen auch höhere Infrastruktur- und Verteidigungsinvestitionen beitragen. Deutlich angespannt bleibt die Situation hingegen in der Gummi- und Kunststoffindustrie sowie in den Gießereien.

Im Dienstleistungssektor berichten 73 Prozent der Unternehmen von guten oder zumindest befriedigenden Geschäften. Während sich die IT-Branche weiterhin robust entwickelt, wird die Lage im Finanzsektor, bei den unternehmensnahen Dienstleistern sowie in Hotellerie und Gastronomie überwiegend als befriedigend eingeschätzt. Der Handel hingegen bekommt die Kaufzurückhaltung der Verbraucher infolge hoher Kraftstoffpreise und der anhaltenden wirtschaftlichen Verunsicherung deutlich zu spüren.

Jetzt Wachstumskräfte und Unternehmertum stärken

Für die kommenden Monate bleibt die Stimmung in der Saarwirtschaft verhalten. Lediglich vier Prozent der Unternehmen rechnen mit besseren Geschäften, 17 Prozent erwarten eine Verschlechterung, 79 Prozent gehen von einer gleichbleibenden Entwicklung aus. „Nach drei Jahren Rezession und Stagnation droht Deutschland ein weiteres verlorenes Jahr. Viele Unternehmen haben längst das Vertrauen verloren, dass sich die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen rasch verbessern. Zu hoch sind weiterhin die Belastungen durch Energiekosten, Bürokratie, langwierige Verfahren, hohe Abgaben und immer neue Regulierung. Gerade der Mittelstand und familiengeführte Unternehmen stoßen zunehmend an ihre Grenzen, während der internationale Wettbewerb um Investitionen, Innovationen und Wertschöpfung härter wird. Deshalb muss die Bundesregierung jetzt liefern. Spätestens im Sommer müssen die Reformen auf den Weg gebracht werden. Ein weiteres Zögern können wir uns nicht leisten. Was jetzt zählt, ist ein wirtschaftspolitisches Umfeld, das Unternehmertum stärkt, Investitionen erleichtert und den Unternehmen wieder Luft zum Wachsen gibt. Nur mit mehr Dynamik, mehr Wettbewerbsfähigkeit und neuem Vertrauen in den Standort Deutschland sichern wir Wohlstand und Zukunftsfähigkeit dauerhaft“, so Dr. Frank Thomé.

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