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ISO 9001 reloaded – Transformation zur Bestandserhaltung von Unternehmen

ISO 9001 reloaded – Transformation zur Bestandserhaltung von Unternehmen Posted on 28. Januar 2026

Schon mit der Revision 2015 hatte die ISO 9001 einen Schritt in die Zukunft – die Realität von Unternehmen – gemacht. Nun geht sie den 2015 beschrittenen Weg von den uralten „Standardelementen“ hin zum Werkzeugkasten moderner Unternehmensführung konsequent weiter:

  • Der Kontext der Organisation und die Bedürfnisse der Stakeholder sind jetzt deutlicher Bestandteil des (QM-) Strategieprozesse, das lassen die aufgenommenen Begriffsdefinitionen für „Vision“, „Mission“ und „Strategie“ klar erkennen.
  • In der ISO-Welt ist auch angekommen, dass Unternehmen nur nachhaltig wirtschaften und damit kontinuierlich konforme Produkte auf den Markt bringen können, wenn das QM einen „ökonomischen Nutzen“ hat, der auch zu einem „finanziellen Nutzen“ führt, Begriffe, die jetzt auch in den Definitionen auftauchen.
  • Dazu passt auch, dass unter 5.1.1 künftig erwartet wird, dass die oberste Leitung eine Qualitätskultur und ethisches Verhalten fördert. Im Anhang werden dazu unter 5.1 „Nachhaltigkeit“ noch Verbindungen zu den ESG-Themen, den SDG der UN und der Verantwortung in der Lieferkette aufgezeigt.

Schon mit der Ergänzung unter 4.1 und 4.2. im Rahmen der Anpassung der Harmonized Structure (HS) 2024 wurden Forderungen nach der Berücksichtigung des Klimawandels integriert – wenn er Bedeutung für die Organisation bzw. deren Stakeholder hat. Auch die Anpassung an die HS wird im ganzen Text jetzt deutlicher.

Neu: die aus der ISO 10010 entnommenen Definitionen für „Kultur“ und „Qualitätskultur“

  • Kultur sind: „Werte, Überzeugungen, Geschichte, Ethik, Einstellungen und beobachtete Verhaltensweisen, die in der Organisation (s. Anm. 1) geteilt werden und integriert sind.
  • Die Qualitätskultur soll die Qualitätspolitik und -ziele umsetzen und die Bereitstellung von Produkten und Dienstleistungen unterstützen, die den Bedürfnissen und Erwartungen der Kunden und anderer relevanter Interessengruppen(!) entsprechen. Hier taucht also neben den reinen Kundenbedürfnissen auch das „gesellschaftliche Umfeld“ auf, das diese Bedürfnisse ja auch beeinflusst oder steuert.

Der bei der Definition der Kultur verwendete Begriff „Ethik“ wird nicht weiter definiert, erinnert sei hier an die Definition für „ethisches Verhalten“ (2.7) der ISO 26000.

Dazu passt, dass Kapitel 9.3 als Grundlage des Review jetzt explizit die „Veränderungen der Anforderungen und Erwartungen relevanter Interessengruppen“ gefordert werden. Und 7.1.4 wird ergänzt um Aspekte der Qualitätskultur und des ethischen Verhaltens: Kunden, Behörden und Stakeholder erwarten verantwortungsvolles, transparentes und integres Verhalten – auch entlang der Lieferkette.

Kapitel 6 wird erweitert. Neben den Risiken (6.1.1) bekommen jetzt auch die Chancen (6.1.2) einen eigenen Unterabschnitt, um diese stärker zu betonen. Aus der Erkenntnis, dass heute ständig Anpassungen an den sich ändernden Kontext und Verbesserungen effektiv in das Qualitätsmanagementsystem QMS aufzunehmen sind wird unter 6.3 ein ganzer Unterschnitt zum „Management von Veränderungen“ aufgenommen, mit den neuen Punkten:

e) Überwachung der Wirksamkeit der Änderung

f) Mitteilung der Änderungen

g) Überprüfung der Ergebnisse der Änderung.

Obwohl manche Textstellen klarer gefasst wurden, gibt es mehr denn je „weiche Forderungen“, die im Audit nur von sehr geübten Auditorinnen und Auditoren zu fassen sind. Deshalb ist zu beachten, dass mit der Revision nicht zu viel von einem QMS verlangt wird, was sonst der wirtschaftlichen Realität der Unternehmen genau zuwiderliefe.

Der Dreiklang macht es: Kundenbedürfnisse, gesellschaftliches Umfeld und wirtschaftliche Realität sind im geforderten Strategieprozess der Organisation immer wieder abzuwägen.

Dem muss und wird unsere „Auditkultur“ (Eigendefinition) folgen: Nur, wer die Kundenbedürfnisse, die gesellschaftliche Realitäten, wie Rohstoffmangel oder Umweltprobleme bei der andauernden Bereitstellung konformer Produkte im Blick hat und dabei die wirtschaftliche Realität nicht vernachlässigt, ist bereit für die Zukunft.

Für unsere Auditorinnen und Auditoren ist ein QM essenzieller Bestandteil für den nachhaltigen Unternehmenserfolg – so verstehen wir Qualität in der GUTcert.

Prof. Dr. Jan Uwe Lieback

Über die GUTcert GmbH

Die Zertifizierung von Integrierten Managementsystemen mit den Schwerpunkten Qualitätsmanagement, Umweltmanagement, Arbeitssicherheit sowie Energiemanagement ist das Hauptgeschäft der GUTcert. Weitere Kernkompetenzen der GUTcert sind die Verifizierung von Treibhausgasemissionen nach anerkannten Standards sowie die Zertifizierung der Nachhaltigkeitsanforderungen für Biomasse.

Als Mitglied der AFNOR Gruppe bietet die GUTcert ihre Zertifizierungsdienstleistungen im internationalen Netzwerk an, welches weltweit 28 Niederlassungen umfasst und mit 1.500 Auditoren und 20.000 Experten Kunden in über 90 Ländern betreut.

Die GUTcert Akademie bündelt das Fachwissen von Auditoren und anderen Experten, um Teilnehmern direkt anwendbare Kompetenzen mit nachhaltigem Mehrwert zu vermitteln.

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